Donnerstag | 12:00 Uhr – 14:00 Uhr

Die säkulare Revolution der irakischen Jugend

Gegenwärtig sind in vielen Ländern der Welt neue, kraftvolle demokratische und sozia-le Bewegungen in Gang. Dazu gehört die friedliche Jugendbewegung im Irak, die seit Anfang Oktober 2019 – fast unbemerkt von den westlichen Medien –
die politischen Verhältnisse auf den Kopf gestellt und den Ministerpräsidenten zum Rücktritt gezwungen hat. Monatelang sind von Bagdad bis in den Süden nach Basra regelmässig Hunderttausende von Jugendlichen auf die Strasse gegangen – trotz zeitweise massiver Repression (über 400 Aktivisten sind schon erschossen worden). Die Bewegung verlangt eine konsequente Bekämpfung der Korruption mithilfe von unabhängigen Gerichtsbarkeiten, den systematischen Aufbau der Infrastruktur (weil in einem der eigentlich reichsten Länder der Welt, Millionen von Menschen kein fliessendes Wasser und keinen Strom haben) und Arbeit.

Anfang Oktober wurde eine grosse Demonstration von arbeitslosen Studienabgängern mit Gewalt niedergeschlagen. Spontan schlossen sich ihnen Tuk-Tuk-Fahrer aus den ärmsten Quartieren an. Ausgang der Proteste waren Demonstrationen der Tuk-Tuk-Fahrer aus den ärmsten Quartieren Bagdads. Ihnen schlossen sich innert Kürze die Jugendlichen aus den Mittelschichten und die Kulturschaffenden der Hauptstadt an. Dadurch wurden ihre Forderungen über die sozialen Medien weitherum verbreitet, und aus der anfänglichen Revolte wurde eine Massenbewegung. Die Situation eskalierte, als unbekannte Scharf-schützen begannen, wahllos auf Demonstrant*innen zu schiessen. Schnell stellte sich heraus, dass viele dieser Aktionen von iranisch beeinflussten Milizionären durchgeführt wurden. So begann die Bewegung sich auch immer mehr gegen die religiösen Partei-Führer und ihre Hintermänner aufzulehnen und eine explizit säkulare Aus-richtung anzunehmen. Das einigende Band aller Beteiligten ist der Anspruch, dass ALLE zusammen Irakis sind, ungeachtet der religiösen oder kulturellen Herkunft.

Der tödliche Angriff der USA auf den iranischen General Kassem Soleimani hat nun neu zu vermehrten Angriffen auf die unbewaffneten Aktivist*innen geführt, unter anderem auf die Besetzer*innen des Tahrir-Platzes in Bagdad. Umso wichtiger ist, dass die säkulare Bewegung international wahrgenommen und mit demokratischen Mitteln unterstützt wird.

Weitere Informationen in Kürze hier

ReferentInnen

Zahraa Ghandour (Bagdad)
Schauspielerin und Aktivistin, Bagdad

Samir (Zürich und Badgad)
Fimemacher

Hayder Al-Shakeri
Menschenrechtsaktivist

Moderation: Ueli Mäder
Soziologe, Basel

Sprache

Deutsch und Englisch mit Simultanübersetzung

Tageskasse

Der Vorverkauf der Dreitages-Pässe für Reclaim Democracy ist beendet. Ab jetzt können Eintritte direkt am Kongress an der Tageskasse gekauft werden:

Angebot an der Kasse am Donnerstag:

Dreitages-Pass für Normalverdienende: CHF 100.- Dreitages-Pass für Geringverdienende: CHF 40.-

Tageseintritte

CHF 50.- pro Tag für Nomalverdienende CHF 25.- pro Tag für Geringverdienende

Für TeilnehmerInnen, die ab 18.30 Uhr Tickets für die Plena kaufen, sind die Preise reduziert:

CHF 25.- für Normalverdienende CHF 10.- für Geringverdienende

Zeitung

Deklaration

Video

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Eindrücke aus dem Irak